Häufige Fragen zur Wohngebäudeversicherung
Vor dem Abschluss einer Wohngebäudeversicherung stellen sich viele Fragen: Welche Schäden sind versichert? Was bedeutet Unterversicherungsverzicht? Und wann ist ein zusätzlicher Elementarschutz sinnvoll? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.
Ist eine Wohngebäudeversicherung Pflicht?
Nein, eine Wohngebäudeversicherung ist keine Pflichtversicherung. Aber häufig verlangen Banken aufgrund der Risikomanagement-Vorgaben Basel III- und IV bei einer Baufinanzierung in der Regel einen entsprechenden Versicherungsnachweis.
Warum brauche ich eine Wohngebäudeversicherung?
Weil Schäden am Haus schnell mehrere hunterttausend Euro kosten und damit existenzbedrohend sein können. Allein in Baden werden jährlich mehr als 100.000 Schäden gemeldet.
Was ist standardmäßig versichert?
Das Haus an sich sowie alle fest mit dem Gebäude verbundenen Bestandteile. Alle Bauwerke auf dem versicherten Grundstück genießen vollen Versicherungsschutz. Wichtig ist, dass alle Bauten ab 20 Quadratmeter – zum Beispiel auch ein neues Garten- oder Gerätehaus – vertraglich aufgeführt sind. Über einen Neubau muss informiert werden. Zudem können Sie Ihre Photovoltaikanlage z.B. gegen Tierbisse oder Bedienungsfehler zusätzlich absichern.
Wie wird die Versicherungssumme ermittelt?
Die Versicherungssumme berechnet der BGV anhand der Fläche und der Bauausführung der zu versichernden Objekte. Dieser wird mit dem Baupreisindex verrechnet, der sich jährlich ändert. Dadurch wird sichergestellt, dass das Haus im Fall eines Totalschadens mit der vereinbarten Summe in gleicher Art und Güte und an selber Stelle neu errichtet werden kann.
Was bedeutet Unterversicherungsverzicht?
Überschreitet der Neuwert des Gebäudes die vereinbarte Versicherungssumme, kann der Versicherer die Entschädigung wegen sogenannter Unterversicherung kürzen. Wurde die Summe allerdings durch den BGV selbst ermittelt, verzichten wir auf die Prüfung der Unterversicherung und erstatten den vollen Neuwert.
Welche Gefahren deckt die Wohngebäudeversicherung ab?
Das vertraglich genannte Gebäude ist versichert gegen Feuer (z. B. Brand, Blitzschlag, Im- oder Explosion) sowie Sturm- und Hagelschäden. Gegen Leitungswasserschäden , die vergleichsweise am häufigsten auftreten, können Sie Ihr Wohneigentum zusätzlich absichern.
Sind Naturkatastrophen automatisch abgedeckt?
Nein. Dafür benötigen Sie zusätzlich eine Elementarversicherung .
Was zahlt die Wohngebäudeversicherung nicht?
Schäden am beweglichen Inventar, also an Möbeln oder Kleidung. Hier kommt die Hausratversicherung für auf.
Was ist der Unterschied zwischen einer Wohngebäudeversicherung und einer Hausratversicherung?
Alles was fest am Gebäude verbaut ist wie das Dach oder die Wände gehört zur Wohngebäudeversicherung. Alles was herausfällt, würde man das Haus umdrehen, zählt zur Hausratversicherung .
Muss ich beim Hauskauf die bestehende Wohngebäudeversicherung übernehmen?
Nein. Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt in § 95 zwar, dass die Wohngebäudeversicherung automatisch vom Verkäufer auf den Käufer übergeht, um Versicherungslücken zu vermeiden. Als Käufer sind Sie jedoch nicht verpflichtet, die Versicherung weiterzuführen. Sobald Sie im Grundbuch als neuer Besitzer oder Besitzerin eingetragen sind, haben Sie einen Monat Zeit von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Dabei können Sie entscheiden, ob Sie den Vertrag sofort kündigen oder zum Ende der laufenden Versicherungsperiode. Haben Sie beim Kauf nichts von einer Wohngebäudeversicherung gewusst? Dann bleibt Ihr Sonderkündigungsrecht bestehen und die Kündigungsfrist von einem Monat gilt ab dem Zeitpunkt, an dem Sie von der Versicherung erfahren haben.