26.06.2014 | Service

Gefährlicher Liebesrausch bei Rehen erhöht Wildwechselgefahr

Karlsruhe. Jeden Tag passieren rund 700 Wildunfälle in Deutschland. Mit über 500 Millionen Euro rangieren Schäden durch Rehbock, Hirsch und Schwarzwild auf Rang zwei der häufigsten Teilkaskoschäden. Ende Juli wird es besonders gefährlich, denn dann beginnt wieder die Brunftzeit bei Rehen. Die Versicherungsgruppe BGV / Badische Versicherungen gibt Tipps, wie sich Autofahrer bei einem Wildunfall richtig verhalten.

25.000 Wildschäden pro Jahr in Baden-Württemberg bedeuten eine erhöhte Gefahr für PKW- und Motorradfahrer. Bei einem Wildunfall wirken starke Kräfte: Knapp eine Tonne beträgt bei einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern das Aufprallgewicht bei Rehböcken. Schäden von mehreren Tausend Euro sind keine Seltenheit. Unfälle mit Zweiradfahrern enden oft tödlich für Tier und Mensch. „Die wichtigste Grundregel, damit es erst gar nicht zu einem Wildunfall kommt, ist eine angepasste Fahrweise“, erläutert Michael Ludwig, Abteilungsdirektor Kraftfahrt beim BGV. „Das gilt besonders auf Strecken, die mit dem amtlichen Verkehrszeichen für Wildwechsel gekennzeichnet sind.“

Zudem ist es ratsam, das Wild durch mehrmaliges kurzes Hupen aufzuscheuchen. Das Aufblenden mit Fernlicht ist dagegen gefährlich, weil die verwirrten Tiere auf die Lichtquelle zulaufen könnten, anstatt die Fahrbahn zu verlassen. Vorsicht: Ein Tier kommt selten alleine. Häufig tauchen sie im Rudel auf. Aufgescheucht flüchten sie unkontrolliert und können sogar auf die Fahrbahn zurückspringen. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Wildunfall, sollten Sie zuerst die Unfallstelle absichern und danach die Polizei verständigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Tier tot, verletzt oder geflohen ist oder ob sich der Autofahrer für ein Ausweichmanöver entschieden hat. Die Polizei informiert die zuständige Forstdienststelle oder den Jagdpächter, die sich gegebenenfalls um die Beseitigung des Tierkadavers kümmern. Wegen der Tollwutgefahr sollten Sie das Tier möglichst nicht anfassen oder Handschuhe tragen.

Informieren Sie die Versicherung so schnell wie möglich über den Wildunfall. Als Nachweis dienen das amtliche Unfallprotokoll sowie die sogenannte Wildbescheinigung. Solange ein Sachverständiger den Schaden nicht begutachtet hat, empfiehlt Ludwig, die Spuren am Auto nicht zu beseitigen. Schäden durch einen Wildunfall sind in der Regel durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Anders ist es bei Schäden in Folge eines Ausweichmanövers. Hier lohnt ein Blick in die Vertragsbedingungen. „Wer eine Vollkaskoversicherung für sein Fahrzeug hat, ist auf der sicheren Seite. Sie kommt auch für selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug auf und tritt sogar dann ein, wenn das Ausweichmanöver für ein kleines Tier, etwa für einen Hasen, eingeleitet wurde“, erklärt Ludwig.

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