18.10.2016 | Service

Einbrüche effektiv verhindern

Am letzten Oktoberwochenende wird die Uhr eine Stunde zurückgedreht. In der dunklen Jahreszeit haben es Einbrecher auf Ihrem Beutezug noch leichter. Allein in Deutschland wird alle vier Minuten in eine Wohnung, ein Einfamilienhaus, ein Wochenenddomizil oder eine Firmen eingebrochen. Europaweit zählen Einbrüche zu den häufigsten Kriminaldelikten. Die Versicherungsgruppe BGV / Badische Versicherungen gibt wichtige Tipps wie Sie sich dagegen schützen können.

Ende Oktober beginnt die Winterzeit. "Wenn es nachmittags früher dunkel wird, bieten Büsche, Hecken und Mauern einen idealen Blickschutz für Langfinger", erläutert Michael Vogel, Abteilungsleiter Sach-Schaden beim BGV. Fast 40 Prozent der Einbruchsdelikte fallen auf die Wintermonate Oktober bis Dezember. Erfreulicherweise ging die Anzahl der Einbrüche in Baden-Württemberg auf 12.255 (Quelle Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg) zurück. Sie liegt damit rund zehn Prozent unter dem Vorjahreswert von 13.483. Bundesweit stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche mit 167.136 Fälle um 9,9 Prozent zum Vorjahr an. Die dafür aufgewendete Versicherungsleistung betrug 480 Millionen Euro (Quelle GDV).

Neue Qualität der Einbruchsdelikte

Auch wenn die Zahl der Einbrüche in Baden-Württemberg gesunken ist, erkennt Vogel eine qualitative Veränderungen bei den Delikten: "Die Einbrecher gehen zunehmend brutaler vor. Zum Beispiel werfen sie auch schon mal mit einem Gullideckel eine Fensterscheibe ein." Eine besondere Entwicklung sieht der Schadenexperte des BGV aber auch in der technischen Ausstattung. "Durch leistungsfähige Akkubohrer oder -winkelschleifer können Einbrecher ohne Stromversorgung Stahltüren aufschneiden oder Löcher in Fensterrahmen bohren, um dann mit dem altbewährten Schlingentrick das Fenster über den Fenstergriff zu öffnen."

Technische Maßnahmen und aufmerksame Nachbarn

Nach wie vor treffen zu wenige Haus- und Wohnungsbesitzer Sicherheitsvorkehrungen gegen Langfinger. In vielen Fällen reichen aber schon einfache Hürden an Türen und Fenstern, um Einbrecher abzuschrecken. Entscheidend seien die ersten fünf Minuten: "Rund 40 Prozent der Einbruchsversuche werden abgebrochen, wenn die Täter nicht schnell genug rein kommen", weiß Vogel. Ganz oben auf der Liste des Einbruchschutzes stehen abschließbare Terrassentüren und Fenster. Allerdings nutzt das wenig, wenn nicht alle Eingänge gleichermaßen gesichert werden. "Jede Tür, jedes Fenster ist nur so sicher wie ihr schwächstes Bauteil – selbst ein massiver Sperrbügel oder ein abschließbarer Türgriff ist nutzlos, wenn sich die Scharniere leicht lösen lassen", erklärt der BGV-Experte. Damit sich Einbrecher erst gar nicht an Fenstern und Türen zu schaffen machen, helfen Halogen- oder LED-Strahler mit Bewegungsmelder: Dadurch verliert der Dieb den Schutz der Dunkelheit. Noch effektiver sind Alarmanlagen, die allerdings bislang wenig verbreitet sind. BGV-Experte Vogel setzt auch auf die Nachbarn: "Eine gute Nachbarschaft, in der man aufeinander achtet, macht es Einbrechern schwer, sich unbemerkt anzuschleichen. Ein besonderes Augenmerk legt der BGV-Schadenexperte auf das Internet. "Damit Ganoven nicht wissen wann ich wo bin, sollten keine entsprechenden Posts in den sozialen Medien abgesetzt werden. Diebe suchen gezielt nach Teilnehmern von Veranstaltungen oder Abwesenheitsmeldungen."

Hausratversicherung kommt für Schäden auf

Wer eine Hausratversicherung für seine Wohnung oder das Haus besitzt, bekommt den materiellen Verlust durch Einbruch und Vandalismus ersetzt. Und der kann schnell mehrere tausend Euro betragen. Vogel rät, Einkaufsbelege von teuren Wertsachen oder technischen Geräten aufzubewahren. Sie helfen den Schaden zu beziffern. "Die Täter nehmen in der Regel handliche Sachen wie Bargeld, hochwertige Smartphones, Kameras, Schmuck und Uhren mit. Fühlt sich der Dieb ungestört und steht ein Fahrzeug in der Nähe, dann zählen auch größere Gegenstände wie Gemälde und Flachbildfernseher, Fahrräder und E-Bikes zum Diebesgut."

Nach dem Einbruch

Zeigen Sie einen Einbruchdiebstahl unverzüglich bei der zuständigen Polizeidienststelle an und informieren ihre Versicherung über den Schaden. Gestohlene Kredit- oder EC Karten sollten sofort gesperrt werden (zentrale Notrufnummer 116 116). Das gleiche gilt für gestohlene Handys und für Personalausweise mit aktivierter Online-Ausweisfunktion.

Einbruchschutz rechtzeitig planen

Viele Einbrüche könnten verhindert werden, denn die Sicherheit des Hauses oder der Wohnung ist planbar. Bundesweit bieten rund 300 kriminalpolizeiliche Beratungsstellen eine kostenlose sicherheitstechnische Fachberatung an. Der Fachmann der Polizei nimmt alle sicherheitsrelevanten Merkmale genau unter die Lupe und zeigt danach konkret auf, welche Sicherungsmaßnahmen geeignet sind. Ebenso bieten die polizeilichen Beratungsstellen Fachfirmenlisten an. Die aufgeführten Firmen rüsten Haus und Wohnung entsprechend der polizeilichen Empfehlung nach.

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