E-Scooter in der EU und weltweit: Wo sind die Roller unterwegs?

Noch weit vor der Zulassung der E-Scooter in Deutschland rollten sie zum Beispiel durch Paris, Kopenhagen, Malmö und bei unseren österreichischen Nachbarn durch Wien. Auch außerhalb der EU, beispielsweise in San Francisco, Austin und Washington sind die kleinen Flitzer nicht mehr von den Straßen wegzudenken. Welche Erfahrungen machen Stadtbewohner und E-Scooter-Fahrer weltweit?

San Francisco als Vorreiter für E-Scooter

San Francisco war die erste Stadt, von der Anfang 2018 in Bezug auf E-Scooter berichtet wurde. Damals hatten verschiedene Sharing-Dienste die Roller nahezu unkontrolliert auf den Straßen der kalifornischen Großstadt verteilt, was zu Chaos führte. Zu diesem Zeitpunkt gab es weder festgelegte Verkehrsregeln für die Roller noch eine Begrenzung in der Menge, die ein Anbieter in der Stadt zur Vermietung platzierte. Die Folge: Da der Fahrer kaum Voraussetzungen erfüllen musste, wurden die flexiblen kleinen E-Scooter von Jung und Alt geliehen und gefahren – und zwar überall und nicht ohne Unfallfolgen.

Glücklicherweise reagierte San Francisco schnell, begrenzte die Anzahl der erlaubten Verleihroller pro Anbieter und setzte Regeln für das E-Scooter-Fahren fest, das weder Fußgänger noch Rad- oder Autofahrer behindern sollte. Wenngleich sie nicht bei allen Anwohnern auf Gegenliebe stoßen, sind die Elektroscooter in amerikanischen Großstädten doch eine beliebte Alternative zum Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, um schnell von A nach B zu gelangen. Insbesondere das Sharing-Modell gestaltet die Nutzung der Roller noch unkomplizierter und kostengünstiger.

„Testmetropole“ Paris: sauberere Luft, entspannter Verkehr

Seit Jahren kämpft die französische Hauptstadt mit dicht befahrenen Straßen und überfüllten Bahnen – und nicht zuletzt mit einer hohen Luftverschmutzung, wie kürzlich eine Studie im Auftrag von Greenpeace bestätigte. Intelligent also, dass sich einige E-Scooter-Sharing-Firmen Mitte 2018 die Metropole als „Testobjekt“ auserkoren haben, um ihre Roller auf die Straße zu bringen. Paris erhofft sich davon eine entspanntere Verkehrssituation und eine weniger verschmutzte Luft dank weniger Abgasen. Auch für Touristen sind die motorisierten Tretroller als Fortbewegungsmittel eine Alternative, die Spaß macht und verhältnismäßig günstig ist: Einen Euro Freischaltungsgebühr und 0,15 Euro pro gefahrene Minute kostet ein geliehener E-Scooter.

In Wien lösen E-Scooter viele Leih-Fahrräder ab

Lange Zeit waren Leihräder der Trend in der österreichischen Hauptstadt. Nicht nur für Touristen eine schöne Möglichkeit, das Stadtbild vom Rad aus zu genießen, auch für Einwohner sind sie eine liebgewonnene Alternative zum eigenen Auto. Doch nun sind die E-Scooter auf dem Vormarsch. Aktuellen Zahlen zufolge sind inzwischen ca. 4.000 Elektroscooter auf Wiens Straßen unterwegs. Leihräder sind mit nur noch etwa 2.000 Stück zahlenmäßig unterlegen. Obwohl die Stadt Wien bereits Anfang des Jahres strengere Vorgaben für E-Scooter durchsetzte, gewinnen die Tretroller immer mehr an Beliebtheit und sind auf Radwegen kaum noch wegzudenken.

Skandinavien besonders offen für neue Mobilitätskonzepte

Skandinavien gilt als aufgeschlossen gegenüber modernen Konzepten, auch hinsichtlich der Mobilität. Städte wie Kopenhagen machen es vor: Hier können Anwohner sowie Touristen kaum noch auf die E-Scooter verzichten. Aufgrund der gut ausgebauten, breiten und asphaltierten Radwege, großzügigen Straßen und guter Infrastruktur funktioniert das Zusammenspiel zwischen Fußgängern, Autofahrern, Radfahrern und E-Scooter-Nutzern hier sehr harmonisch. Ein modernes, alternatives Mobilitätskonzept gegen Verkehrsüberlastung und Umweltverschmutzung.

Weltweit nur positive Erfahrungen mit E-Scootern?

Natürlich sind weder im europäischen noch im weltweiten Ausland alle Erfahrungsberichte über Elektroscooter positiv. Die Unfallrate ist besonders bei nicht konkret festgelegten Verkehrsregeln relativ hoch. Zudem klagen vielerorts Anwohner über unkontrollierte Massen an E-Scootern von Verleih-Firmen, die auf Gehwegen abgestellt werden oder sogar Rampen für Behinderte unzugänglich machen.

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