Pergamenthandschrift aus dem 14. Jahrhundert

Das Speculum humanae salvationis war über zwei Jahrhunderte hin ein weitverbreitetes religiöses Erbauungsbuch. Entstanden im Rahmen der Passions- und Marienfrömmigkeit des 14. Jahrhunderts, wurde es eines der bedeutendsten Werke der christlichen Geschichtsbetrachtung und wegen seines umfangreichen Bilderzyklus eines der erfolgreichsten Bücher im Spätmittelalter.

BGV rettet die Handschrift vor dem Ausverkauf

Die mittelalterliche Handschrift "Speculum humanae salvationis" (deutsch: "Spiegel des menschlichen Heils") ist seit 2010 im Besitz des BGV, der sich damit für den Erhalt und die Bewahrung dieses wertvollen Kulturguts engagiert.

2006 drohte der Verkauf der originalen Handschrift und damit ihr Verlust als badisches Kulturgut. Um das Buch zu erhalten, schaltete sich das Land Baden-Württemberg ein und suchte eifrig nach helfenden Sponsoren. Der BGV war zur Stelle und kaute die wertvolle Handschrift, sodass sie im badischen Besitz verbleiben konnte.

Ruhestätte in der Badischen Landesbibliothek

Und das zur Freude von Freifrau Hiller von Gaertringen, Direktorin der Badischen Landesbibliothek. In ihrem Haus lagert die Handschrift bereits seit 1919. Nach dem Erwerb des BGV liegt sie dort quasi als Dauerleihgabe unter optimalen klimatischen Bedingungen.

2019 wird eine Kopie der Heilsschrift der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und präsentiert. Über einen begrenzten Zeitraum hinweg wird diese Kopie in den Kundencentern des BGV ausgestellt werden. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Biblische Geschichte aus dem Mittelalter

Der Text besteht aus 42 Kapiteln mit jeweils hundert Reimzeilen. Er erzählt vom Wirken Gottes in der Geschichte, wie es sich in der biblischen Offenbarung entfaltet. Daher kommt auch der Name "Heilsspiegel": Von der Verkündigung der Geburt Mariens, die die Voraussetzung schafft für das Erscheinen Gottes auf Erden, bis hin zum Jüngsten Gericht wird die christliche Heilsgeschichte für jedermann einsichtig und schlüssig dargestellt.

Am Anfang stehen zwei Kapitel, die begründen, warum die Erlösung durch Christus überhaupt notwendig wurde: Sie berichten vom Sturz Luzifers, vom Sündenfall, von der Vertreibung aus dem Paradies und von der Sintflut. Die folgenden 40 Kapitel erzählen Begebenheiten aus dem Leben Jesu und Mariens. Auf diese heilsgeschichtlich bedeutsamen Ereignisse bezogen werden jeweils drei Szenen aus dem Alten Testament, gelegentlich auch der antiken Profangeschichte, die das christologische Geschehen deuten und vertiefen. In der Komplexität der insgesamt 168 Geschichten wird eine chronologische Gesamtschau des göttlichen Heilsplans vermittelt.

Ein einflussreiches Bilderbuch

Zu jedem Kapitel gehören vier Bilder - eines zum Neuen Testament und drei zu den alttestamentarischen bzw. profangeschichtlichen Ereignissen. Als integraler Bestandteil des Werkes erzählen sie die Heilsgeschichte auf eine schlichte, aber eindringliche Weise.

Der Bilderzyklus des Speculum humanae salvationis hatte großen Einfluss auf die bildende Kunst. Er wurde auch in die Glaskunst übernommen, in Tapisserie, Freskenmalerei, Altarmalerei und Plastik.

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