Sie haben noch Fragen?

Sprechen Sie gleich mit Ihrer persönlichen BGV Beratung bei Ihnen vor Ort. Oder melden Sie sich bei unserem BGV Family Team unter

0721 660-0 oder

service@bgv.de

Wasser: Macht Kindern Spaß, ist aber auch gefährlich

Wasser ist faszinierend und begleitet eine Familie in vielen Lebenssituationen: vom wohltuenden Vollbad über den Schwimmbadbesuch bis zum Urlaub am Seeufer. Kinder lieben Wasser, weil es glitzert und weil man damit jede Menge Quatsch und Matsch machen kann. Kinder können aber auch schon in einer Pfütze ertrinken. Wir haben Tipps und Infos rund um eine kindersichere Zeit am und im Wasser zusammengestellt.

Wie ein Fisch im Wasser: Warum Schwimmen wichtig ist

Wasser gilt als Lebenselixier – und in der Tat brauchen wir es nicht nur als Nahrungsmittel und für die Hygiene. Wichtige Aspekte des Wassers sind Erholung, sportliche Betätigung und Gesunderhaltung. Und nur wer sicher schwimmen kann, kann den Schwimmbadbesuch, das Bad im Fluss oder einfach nur einen Spaziergang auf der Hafenmole genießen. Denn alle diese Tätigkeiten bergen eine Gefahr: die, zu ertrinken.

Das gilt besonders für Kinder. Ihre Reflexe sind in jungen Jahren noch nicht so ausgeprägt und sie können sich unter Umständen nicht aus eigener Kraft aufrichten, wenn sie – auch in flachem Wasser – gefallen sind. Sie können in einer Pfütze ertrinken oder wissen sich in Gefahrensituationen nicht zu helfen – eben weil sie sie nicht als Gefahr wahrnehmen. Dazu kommt, dass immer weniger Kinder richtig schwimmen können. Wer das Schwimmabzeichen in Bronze – umgangssprachlich den Freischwimmer – hat, gilt als sicherer Schwimmer. Doch nicht einmal jedes zweite Kind im Alter von zehn Jahren hat den Freischwimmer.

Öffentliche Badeanstalten und Schwimmbäder schließen – Schulen können den Schwimmunterricht nicht immer gut gewährleisten. Deshalb ist es heute wichtiger als noch vor wenigen Jahrzehnten, dass Eltern sich darum kümmern, dass ihre Kinder schwimmen lernen. Damit schenken sie ihnen eine lebensrettende Fähigkeit: Schwimmen zu können, ist der beste Schutz vor dem Ertrinken.

Schwimmkurs, Freischwimmer und Schwimmhilfen

Kinder sollten so früh wie möglich schwimmen lernen – die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG gibt als Orientierungshilfe den fünften Geburtstag als guten Starttermin für einen Schwimmkurs an. Aber es hängt auch vom Kind und seinen Fähigkeiten ab, ob man etwas früher starten kann oder besser noch etwas wartet.

Bis ein Kind den Schwimmkurs besucht, können Eltern es bereits ans Wasser gewöhnen. Manche Kinder fürchten sich auch vor dem Wasser – auch hier können Eltern spielerisch Gewöhnung bieten. Das kann in der Badewanne, in der Dusche oder auch bei Babyschwimmkursen sein.

Man rechnet rund 30 Unterrichtseinheiten, bis ein Grundschulkind den Freischwimmer machen und sicher schwimmen kann.

Wenn es in der Schule keinen Schwimmunterricht gibt, können Kinder einen Schwimmkurs in einem öffentlichen Schwimmbad oder über einen Sportverein vor Ort besuchen. Die DRLG bietet zum Beispiel eine Suche nach DLRG-Schwimmkursen an.

Schwimmhilfen: Mit Vorsicht zu genießen

Kindern, die noch nicht schwimmen können oder es gerade lernen, möchten Eltern gerne zusätzliche Sicherheit in Form von Schwimmhilfen geben. Aber Schwimmflügel, Schwimmgürtel oder aufblasbare Wassertiere bieten keinen verlässlichen Schutz vor dem Ertrinken: Sie können undicht sein, Luft verlieren, und damit falsche Sicherheit versprechen.

Damit steht fest: Eltern müssen ihr Kind in der Nähe von Wasser jederzeit beaufsichtigen. Auch im Schwimmbad mit Bademeister oder an Stränden mit Aufsicht liegt die Aufsichtspflicht für ihre Kinder ganz bei den Eltern. Sie müssen ihren Nachwuchs also jederzeit im Auge haben, auch wenn er mit älteren Geschwistern spielt. Diese können die Verantwortung nicht übernehmen. Auch wenn das viel verlangt ist: Plaudereien, Toilettengänge oder andere kurze Ablenkungen können tödlich sein für das Kind.

Vom Planschbecken bis zum Meer – jedes Gewässer hat seine Eigenheiten

Jedes Gewässer hat seine eigenen Vorzüge und Gefahren. Wir stellen die wichtigsten vor – von ganz klein bis ganz groß!

Für alle Wassertypen gilt: Große Temperaturunterschiede zwischen der Körpertemperatur und der Wassertemperatur sind anstrengend für den Kreislauf. Genauso, wie man nicht zu heiß baden sollte, ist ein eiskaltes Planschbecken in der Sommerhitze gefährlich.

Macht das Spielen und Toben Spaß, fangen Kinder an, zu rennen. Aber Achtung: Nasse Fliesen oder Kacheln sind rutschig und können dazu führen, dass man ausrutscht und sich beim Fallen verletzt.

Mit Quietscheente: die Badewanne

Das Schöne an ihr: Sie ist immer da und man kann sie unkompliziert nutzen. Aber auch wenn sie so sehr Teil des Alltags ist: Für Kleinkinder ist die Badewanne so lange eine Gefahrenquelle, bis sie sich selbst aufrichten können, falls sie darin hingefallen oder ausgerutscht sind.

Sommerspaß im Garten: das Planschbecken

Vergleichsweise schnell aufgepumpt und mit Ungeduld aus dem Gartenschlauch befüllt, verkörpert das Planschbecken seligen Sommerspaß. Es passen mehrere Kinder hinein – und die Verletzungsgefahr ist gering. Auch hier gilt allerdings: Für Kleinkinder ist auch ein Planschbecken mit niedrigem Wasserstand potenziell gefährlich.

Mit Infrastruktur: das Schwimmbad

Verschieden Becken, eine Liegewiese, eine gute Infrastruktur mit Toiletten und Umkleiden machen das Schwimmbad für Familien zu einem beliebten Ort. Der Bademeister oder die Bademeisterin bietet zusätzliche Sicherheit, ersetzt aber nicht die elterliche Aufsichtspflicht. ... Und jetzt ein Eis!

Perfekte Kombination: Badeseen und Schwimmbäder im See

Der Bodensee oder andere größere Seen bieten nicht nur die Möglichkeit, an geeigneter Stelle einfach so ins Wasser zu gehen, sondern auch Badeanstalten am Ufer. Teilweise mit großen alten Bäumen bestanden bieten sie die beste aller Welten: Infrastruktur und natürliches Gewässer – einfach wunderbar! Weil der Untergrund im flachen Wasser eines natürlichen Sees uneben ist, müssen Eltern hier noch mehr Acht geben als sonst.

Eine besondere Gefahr bei größeren Gewässern ist es, auf einer Schwimmhilfe oder aufblasbaren Matratze zu weit rausreiben. Also bitte in Ufernähe bleiben!

Naherholungsklassiker: der Baggersee

Baggerseen sind oft toll zum Springen und Schwimmen, weil sie tief sind und auch im Sommer oft noch angenehm kühl. Da ihre Ufer nicht für Erholungssuchende gestaltet wurden, sind diese oft steil – und damit für ungeübte Schwimmerinnen und Schwimmer gefährlich.

Sich mal treiben lassen: der Fluss

Ein gemächlich vorbeitreibender Fluss lädt geradezu zu einem erholsamen Bad ein. Selbst die ehemals stark belasteten Flüsse in industrieller Lage sind mittlerweile wieder sauberer und teilweise renaturiert. Aber Flüsse sind trügerisch, sie können starke Strömungen entwickeln, zudem üben vorbeifahrende Schiffe einen Sog aus und verursachen Wellen. Daher: besser an Land bleiben oder bewusst eine ruhige Badestelle mit gutem Einstieg ins Wasser suchen.

Sehnsuchtsort mit Wellengang: das Meer

Es ist ein Hochgefühl, bei Sonnenschein ins glitzernde Meer zu steigen, wenn es kleine Wellen hat, die einen sanft tragen. Dabei vergisst man schnell, wieviele Gefahren das Meer auch birgt, zum Beispiel den Sog von Ebbe und Flut, die Strömungen durch Sandbänke und Felsformationen unter Wasser. Wer einen Urlaub am Meer mit Kindern plant, ist am Mittelmeer oder an der Ostsee wegen des geringen Gezeitenunterschieds gut aufgehoben. Die wilden Wellen des Atlantiks in Frankreich, Spanien und Portugal sind später für Familien mit größeren Kindern ein tolles Reiseziel.

Badeunfall mit Kind: So handeln Sie richtig

Schaut man auf die Unfallstatistik, ertrinken deutlich mehr Erwachsene als Kinder: 23 Kinder bis zehn Jahre waren es im Jahr 2020 in Deutschland. Anders als man es sich, angeregt von Filmen, vielleicht vorstellt, ist ein Ertrinken allerdings nicht unbedingt mit Strampeln und Schreien verbunden. Kinder ertrinken häufig „still“. Sie sind nicht in der Lage, auf sich aufmerksam zu machen.

  • Kleinkinder haben noch nicht den Reflex, sich durch Strampeln oder Paddeln über Wasser zu halten. Sie gehen einfach unter.
  • Bis zum dritten Lebensjahr können Kinder unter Umständen auch in flachem Wasser nicht aufstehen oder sich aufrichten. Dazu kommt: Sie verlieren die Orientierung unter Wasser.
  • Nichtschwimmer oder Schwimmanfänger können sich nicht über Wasser halten, um atmen zu können und um Hilfe zu rufen. Und Achtung: Wenn es wie ein Spiel aussieht, kann es doch tödlicher Ernst sein. Im Zweifel lieber gucken, ob alles in Ordnung ist beim Nachwuchs im Wasser.

Erste Hilfe nach dem Badeunfall mit Kind

  • Ruhe bewahren, auch wenn das sicher ein Moment größter Panik ist.
  • Notruf wählen: 112
  • Das Kind aus der Gefahr befreien
  • Dabei auf Selbstschutz achten: Man braucht Kraft, um zur Unfallstelle zu kommen und dann, um mit einer strampelnden oder panischen Person zurückzuschwimmen oder zu -gelangen. Kinder sind zum Glück leicht und damit leichter zu retten.
  • Wer ein Kind an Land holt, kann sich mit Schwimmhilfen zusätzlichen Auftrieb geben. Immer drauf achten, den Kopf des Kindes über Wasser zu halten.
  • Zurück am Ufer: Bewusstsein und Atmung überprüfen
  • Sprechen Sie das Kind an, berühren Sie es und überprüfen Sie seine Atmung.
  • Atmet es normal, bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage, bleiben Sie bei ihm, decken Sie es zu und schützen Sie es vor direkter Sonne.
  • Atmet es nicht richtig, starten Sie mit der Wiederbelebung – Beatmung und Herzdruckmassage.

Damit Sie souverän und handlungsfähig mit einer solchen Situation umgehen können, besuchen Sie am besten einen Erste-Hilfe-Kurs für Kindernotfälle. Die üblichen Anbieter wie zum Beispiel Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund oder Johanniter bieten solche lebensrettenden Kurse für Eltern und Menschen, die mit Kindern umgehen an.

Sehr umfangreich und nützlich stellt die österreichische Gesundheitsseite das richtige Notfallverhalten in Zusammenhang mit Badunfällen von Kindern vor. Achtung, die Nummer der Rettung im Text ist die österreichische. In Deutschland im Notfall immer die 112 wählen!