5 Min. aktualisiert am 27.01.2022

Mobilität

Kids: unterwegs auf Brettern und Rollen

Kurze Strecken einfach laufen? Langweilig! – zahlreiche Möglichkeiten auf zwei, drei und vier Rädern bieten jede Menge Fahrspaß für Kids und lassen Distanzen schrumpfen. Scooter, Skateboard und Co. sind wendig, leicht und flexibel. Anders als ein Fahrrad, das man sich nicht mal eben unter den Arm klemmen kann.

Mobilität für Kinder und Jugendliche – ein Überblick

Früher gab es für Kinder und Jugendliche die Auswahl zwischen Rollschuhen, Roller und Fahrrad. Sie versprachen Mobilität im Viertel, brachten den Nachwuchs zum Spielplatz, ins Schwimmbad oder zum Turnverein.

Heute haben sich die Möglichkeiten vervielfältigt, denn es sind neue Verkehrsmittel wie Skateboard oder Longboard dazugekommen, Roller sind heute nicht nur für Kinder ein cooles Gefährt, und einige von den kleinen, leichten Verkehrsmitteln gibt es mittlerweile auch in einer E-Version. Diese elektrisch angetriebenen Elektrokleinstfahrzeuge fasst man zusammen unter dem Begriff Mikromobilität .

Letztere ist noch nicht lange in Deutschland etabliert. So wurden E-Scooter erst 2019 in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen. Für sie gelten eine Reihe von Regelungen , zum Beispiel die Benutzungspflicht für Radwege, sofern vorhanden. Sie dürfen maximal 20 Stundenkilometer erreichen. Sie sind für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet. Deshalb konzentrieren wir uns in diesem Beitrag auf nicht elektrische Fahrzeuge, die auch Kinder und jüngere Jugendliche nutzen können.

Cooler Klassiker: Das Skateboard

Nicht alle wohnen am Meer und können mit dem Surfbrett auf den Wellen reiten. Deshalb entstand schon in den 60er-Jahren im US-amerikanischen Kalifornien ein Verkehrsmittel, um auf Beton und Asphalt zu surfen: das Skateboard. Ein geformtes Brett auf zwei Achsen mit vier Rollen – ganz einfach.

Heute ist Skateboarden in Deutschland eine anerkannte Freizeitbeschäftigung und Sportart. In vielen Städten gibt es kunstvoll geformte Skateparks, die sogar nachts beleuchtet sind. Wettbewerbe und Meisterschaften in vielen Disziplinen zeigen, wie anspruchsvoll der Sport ist. Und für Kinder und Jugendliche bietet das Board den angenehmen Nebeneffekt, kürzere Strecken rollend überwinden zu können. Zudem kann man sich das Board unter den Arm klemmen und auch problemlos mit in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren.

Wichtig zu wissen: Skateboards sind keine Fahrzeuge und gehören auf den Fußgängerweg. Öffentliche Fahrbahnen und Radwege sind tabu – man muss auf dem Gehweg fahren und gilt rechtlich als Fußgänger. Deshalb ist besondere Vorsicht und Rücksicht gegenüber langsameren Fußgängerinnen und Fußgängern geboten.

Skateboard für Kinder: So finden Sie die richtige Größe

Die ganz kleinen ab drei Jahren, die schon ein gutes Körper- und Gleichgewichtsgefühl haben, starten mit einem kindgerechten Mini-Board aus Kunststoff. Das kann bunt sein und glitzern – Hauptsache, die Bewegung macht Spaß! Später gibt es dann das erste Board aus Holz. Um es richtig steuern zu können, müssen Kinder unter 130 Zentimeter Körpergröße angepasste kleinere Boards fahren. Sowohl die Breite als auch die Länge des Bretts wachsen mit und erlauben so Wendigkeit und einen guten Stand auf dem Brett. Dessen Breite hängt von der Schuhgröße ab, die Länge von der Körpergröße des Kindes. Ein Fachhändler wird bei der Auswahl der richtigen Größe und des Zubehörs helfen.

Wenn die Kinder älter sind und anfangen, im Skatepark ihre Tricks zu üben, darf das Skateboard dann auch sportlich ausgestattet sein. Der Skaterladen Titus hat eine Übersicht der Tricks und der Hindernisse, an denen man die Tricks ausführt, zusammengestellt. Hier entlang bitte .

Durch die Stadt cruisen auf dem Longboard

Als etwas gemütlicherer Vorläufer des Skateboards ist das Longboard, wie der Name schon sagt, länger als ein Skateboard. Damit eignet es sich besonders zum Fahren längerer Strecken. Durch seine Länge und die größeren, weicheren Rollen fährt es sich angenehmer und gibt mehr Standfestigkeit. Ein Longboard besteht in der Regel aus Holz oder aus einem Bambus-Laminat. Gelenkt wird, wie beim Skateboard, über Gewichtsverlagerungen. Das Fahren sieht zunächst leicht aus. Da man aber bei jedem Abstoßen leicht in die Knie gehen muss, wird es auf Dauer ziemlich anspruchsvoll.

Natürlich gibt es auch Wettbewerbe und Sportevents auf dem Longboard. Hier geht es dann eher um das Bergabfahren – Downhhill genannt –, bei dem die erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zu 100 Stundenkilometer erreichen! Für gemütliches Herumfahren gibt es auch ein Wort: cruisen.

Wie findet man ein passendes Longboard für Kinder und Jugendliche? Mehrere Faktoren spielen bei der Auswahl eine Rolle: Alter, Größe, Gewicht des Kindes und Gewicht des Boards.

  • Alter: Anfänger fahren zunächst mit großen, weichen Rollen, um sich mit dem etwas sperrigen Gefährt vertraut zu machen.
  • Größe: Wie beim Skateboard haben Körpergröße und Schuhgröße Einfluss auf die Länge und Breite des Boards.
  • Gewicht des Kindes: Da das Board recht lang und auch elastisch ist, muss man darauf achten, dass es nicht in der Mitte durchhängt.
  • Gewicht des Boards: Damit das Kind sein Longboard problemlos ein Stück tragen oder mit Bus und Bahn mitnehmen kann, darf das Board nicht zu schwer sein.

Bis ein Kind sich sicher mit seinem Board bewegen kann, eignen sich leere Parkplätze, Skateparks oder andere Orte mit glattem Boden und ohne Publikumsverkehr zum Üben.

Zubehör für Skateboard und Longboard: Helm, Knieschoner & Co.

Ungewohnte Bewegungsabläufe muss man langsam üben und kennenlernen. Dass man dabei mal auf die Nase fällt, gehört dazu. Allerdings sollten Eltern darauf achten, dass nicht nur das Skate- oder Longboard zum Kind passt, sondern auch das Sicherheitszubehör.

Die meisten denken als erstes an einen Helm, und das ist richtig – der Kopf muss geschützt sein. Unbedingt einen Skaterhelm kaufen, der speziell für die typischen Bewegungen und Fallrichtungen geformt ist. Ein Fahrradhelm bietet hier nicht den richtigen Schutz.

Außerdem sind Knie, Ellenbogen und Handgelenke beim Fallen gefährdet. Um sie vor dem schmerzhaften Aufprall zu schützen, gibt es am einfachsten Schoner-Sets für Kinder.

Unterwegs auf zwei Rollen mit Tretroller, Scooter, Stunt-Scooter und Kickboard

Die kleinen Roller, häufig klappbar, sind Teil der deutschen Alltagskultur geworden. Nicht selten sieht man Erwachsene, die mit so genannten City-Rollern kurze innenstädtische Strecken bewältigen. Für Kinder gibt es verschiedene Typen, die je nach Alter und Verwendung unterschiedliche Eigenschaften haben.

Auch hier gilt: Vorsicht! Kinder sollten auf dem Roller unbedingt mindestens einen Helm tragen.

Kindertauglich: der Tretroller

Schwer und sicher sind die klassischen Tretroller für Kinder. Sie haben große Reifen aus Vollgummi oder auch mit Luft gefüllt. Dadurch kann man mit ihnen nicht nur auf Asphalt oder Beton fahren, sondern auch mal auf einem Feldweg oder über unebenes Terrain. Sie lassen sich nicht zusammenklappen und haben eine Hinterachsbremse – alles Garanten für Sicherheit und Langlebigkeit. Tretroller eignen sich für Kinder ab drei Jahren.

Schwungvoll mobil: Scooter und Stunt-Scooter

Scooter sind gewissermaßen die etwas coolere Variante des Tretrollers: Leicht gebaut und klappbar sind sie Begleiter in der Stadt für kürzere Strecken. Sie sind leicht genug, um sie mit in den Klassenraum zu nehmen oder beim Pendeln dabei zu haben. Sie haben kleinere, festere Räder und einen T-förmigen Lenker, der in der Höhe verstellbar ist. Ein echter City-Flitzer, der sich aber nicht für die Skater-Anlage eignet.

Für Kinder und Jugendliche ergibt sich die richtige Höhe des Lenkers aus der Körpergröße. Als Faustregel gilt: Der Lenker sollte etwa auf Hüfthöhe eingestellt sein, aber nicht höher sein als der Bauchnabel.

Anders ist es beim Stunt-Scooter: Dessen Lenker ist weder klapp- noch höhenverstellbar. Zudem ist er noch leichter als ein normaler Scooter. Hier handelt es sich um ein Sportgerät für Stunts und Tricks im Skatepark – nicht um ein Gefährt für kurze Wege.

Das mit drei Rollen: Kickboard

Eine Kombination aus Skateboard und Scooter ist das Kickboard. Es hat drei Räder – vorne zwei und nur eine Lenkstange mit Knauf. Damit unterstützt man die Gewichtsverlagerung zum Steuern. Das Brett ist etwas größer als beim Scooter. Keine schlechte Sache, aber man muss das mit der Lenkstange ein bisschen üben.