Wildfunfall - was Sie beachten sollten!

Jedes Jahr verursachen Wildwechsel in Deutschland über 250.000 Verkehrsunfälle. Neun Prozent der Wildunfälle ereignen sich in Baden-Württemberg. Das Bundesland liegt damit auf Rang drei der Statistik. Wir geben Tipps, wie sich Autofahrer richtig verhalten.

Wildunfälle vermeiden

Wichtig ist eine angepasste Fahrweise und Geschwindigkeit beim Autofahren, damit es erst gar nicht zu einem Wildunfall kommt. Wird durch Warnschilder “Wildwechsel” angezeigt gilt: Tempo deutlich reduzieren und konzentriert fahren. Wald- und Straßenränder sorgfältig im Auge behalten und bremsbereit sein. Denn in etwa 80 Prozent aller Fälle taucht das Wild nur 20 Meter und kürzer vor Ihrem Fahrzeug auf. Wer da zu schnell fährt, hat keine Chance mehr. Achten Sie vermehrt auf Bewegungen am Straßenrand.

Die meisten Wildtiere sind dämmerungs- oder nachtaktiv und in dieser Zeit auf der Suche nach Futter. Als besonders gefährdet gelten die Zeiten von 5 bis 8 Uhr morgens und zwischen 17 Uhr und Mitternacht. Aber auch tagsüber kann es zu Unfällen mit Wild kommen, vor allem wenn es durch freilaufende Hunde oder Spaziergänger aufgescheucht wird. Besonders gefährlich sind zudem neue Straßen, die durch Waldgebiete führen, weil Wild die gewohnten Wechsel beibehält. Von September bis Januar und von Juli bis August ist sogenannte Blatt- oder Brunftzeit. Viele Tiere sind auf “Brautschau”. Ihre Reaktionen sind dann spontaner und deshalb für die Kraftfahrer noch gefährlicher. In den Herbstmonaten erschweren zusätzlich Nebel und frühe Dämmerung die Sichtverhältnisse.

Taucht Wild im Scheinwerferlicht auf, sofort abblenden, bremsen und mehrfach hupen. Aufgeblendetes Fernlicht ist gefährlich, weil die verwirrten Tiere auf die Lichtquelle zulaufen könnten, anstatt die Fahrbahn zu verlassen. Ein Tier kommt außerdem selten alleine. Rechnen Sie immer mit einem Rudel. Aufgescheucht flüchten sie unkontrolliert und es können Tiere sogar auf die Fahrbahn zurückspringen.

Was ist im Ernstfall zu tun?

  • Lässt sich ein Zusammenprall mit dem Wild nicht vermeiden, bremsen, Lenkrad gut festhalten. Auf keinen Fall ausweichen. Ausweichmanöver können schlimme Folgen haben. Auch für andere Verkehrsteilnehmer.
  • Nach dem Unfall ist die Gefahrenstelle abzusichern. Schalten Sie das Warnblinklicht ein, legen Sie eine Sicherheitsweste an und stellen ein Warndreieck auf. Kümmern Sie sich um evtl. verletzte Personen.
  • Benachrichtigen Sie die Polizei. Diese verständigt das zuständige Forstamt bzw. den Jagdpächter. Lassen Sie den Unfall dokumentieren durch ein amtliches Unfallprotokoll oder eine Wildunfallbescheinigung. Diese sind wichtig für die Regulierung des Schadens durch die Versicherung.
  • Fertigen Sie Beweisfotos vom Unfallort, Tier und Schaden am Fahrzeug. Notieren Sie Namen und Adressen von Zeugen.
  • Muss totes Wild aus der Gefahrenzone gezogen werden, empfiehlt es sich, wegen einer Infektionsgefahr (Tollwut) Handschuhe zu benutzen.
  • Flüchtet das angefahrene Tier, sollten Sie die Unfallstelle markieren und sich den Fluchtweg merken. Das erleichtert dem Förster die Nachsuche. Die Mitnahme von angefahrenem Wild - egal ob tot oder lebendig - ist übrigens verboten.

Ist es strafbar, wenn man nach einem Wildunfall einfach weiterfährt?

Ja. Wer ohne es zu melden ein verletztes Tier auf der Straße liegen lässt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Liegt das Wild nach dem Unfall außerdem mitten auf der Fahrbahn, so handelt es sich zusätzlich um einen Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht.

Wildunfall – wann zahlt die Versicherung?

Die Versicherung sollte so schnell wie möglich über den Wildunfall informiert werden. Beseitigen Sie Unfallspuren am Fahrzeug erst nach der Begutachtung durch Ihren Versicherer.

Schäden durch Wildunfall an einem Fahrzeug, das sich in Bewegung befand, sind in der Regel durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Allerdings gilt nicht jeder Unfall, der von einem Tier verursacht wird, als Wildunfall. Unter Wild wird lediglich das sogenannte „Haarwild" verstanden, z.B. Schwarzwild, Rehwild, Rotwild, Damwild, Wildschweine, Feldhasen, Füchse, Dachse, Luchse und Marderarten. Ebenso ist ein Zusammenstoß mit einem tieffliegenden Greifvogel kein Wildunfall im Sinne der Teilkaskoversicherung. Vögel sind aus dieser Definition ebenso ausgeschlossen wie Wölfe, Waschbären, Kriechtiere, Igel, Haus- und Hof-Tiere, also z.B. Schafe oder Kühe. Haustiere wie Hunde und Pferde gehören laut Definition des Bundesjagdgesetzes nicht zur Kategorie „Wild“ – auch dann nicht, wenn sie nachts im Wald über die Straße rennen. Hier muss man sich an den Besitzer wenden.

Tipp: Mit der BGV Autoversicherung gehen Sie auf "Nummer sicher". In den Produktlinien Klassik und Exklusiv ist in der Teilkasko die „Kollision mit allen Tieren“ abgesichert.

Entstehen bei einem wildbedingten Ausweichmanöver Schäden am Fahrzeug so werden diese durch die Teilkasko nicht generell erstattet. Hier entscheidet der Einzelfall. So ist unter anderem die Größe des Wildes entscheidend. Wer aus Tierliebe einem Kleintier, wie z.B. einem Hasen ausweicht, bekommt den Schaden möglicherweise nicht ersetzt. Hier wird davon ausgegangen, dass der Schaden durch den Aufprall in der Regel geringer gewesen wäre, als durch das Ausweichmanöver.

Wer ganz auf der sicheren Seite sein will, wählt für sein Fahrzeug den Vollkaskoschutz. Die Vollkaskoversicherung kommt für Schäden am eigenen Fahrzeug auf, egal ob durch den direkten Aufprall mit dem Wild oder als Folge eines Brems- oder Ausweichmanövers. Etwaige Schäden am Auto durch das Überfahren eines bereits toten Wildtieres sind dann ebenfalls gedeckt.

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