Zecken – Mythen und Fakten

Es ist Zeckensaison: Milde Winter und feuchtwarme Sommer meinen es gut mit den Spinnentieren. Besonders in Waldgebieten sind sie eine Plage für Mensch und Tier. Zecken beherbergen die verschiedensten Erreger – entsprechend groß ist die Zahl der Krankheiten, die sie übertragen können. Daher ist der Biss einer Zecke ist gefürchtet.

Neben der Borreliose, einer bakteriellen Erkrankungen, übertragen die Spinnentiere auch den FSME-Virus, der eine Hirnhautentzündung auslösen kann. Knapp 400 Menschen sind im vergangenen Jahr an der Frühsommer-Meningoenzephalitis erkrankt. Und der bisher hauptsächliche Überträger, der Holzbock, hat jetzt auch noch Verstärkung bekommen. Auch die Auwaldzecke kann FSME übertragen.

Doch wie können Sie sich schützen? Durch Wissen! Wir klären die häufigsten Irrtümer rund um die Zecke:

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kommt nur im Frühsommer vor.

Falsch! Da Zecken schon ab sieben Grad Celsius aktiv werden, sind sie bereits im Frühjahr oder während warmer Winter unterwegs und übertragen dann auch die FSME-Viren. Die Auwaldzecke ist sogar ganz früh im Jahr und im Herbst wieder bis zum ersten Schnee aktiv.

Es gibt eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Richtig! Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten. Ob die Impfung im individuellen Fall ratsam ist, ob etwas dagegen spricht, und welche Nebenwirkungen auftreten können, sollte ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Übrigens: Gegen Borreliose existiert derzeit noch kein Impfstoff für Menschen.

Zecken lassen sich von Bäumen fallen.

Falsch! Zecken lauern auf Grashalmen, im Gebüsch oder im Unterholz auf ihre Opfer und lassen sich von diesen abstreifen.

Zecken sind nur in bestimmten Gebieten gefährlich.

Richtig und falsch! Zecken, die die Lyme-Borreliose übertragen, gibt es in ganz Deutschland. Das durch Zecken übertragenen FSME-Virus kommt vor allem in Süddeutschland vor. Mittlerweile trägt laut Landesgesundheitsamt jede 50. bis 100. Zecke den Erreger in sich. Und die FSME-Risikogebiete breiten sich stetig in Richtung Norden aus.

Mit der richtigen Kleidung kann ich mich schützen.

Richtig und falsch! Egal wie man sich kleidet, absoluten Schutz gibt es nicht. Dennoch empfiehlt es sich auch bei sommerlichen Temperaturen lange, helle Kleidung zu tragen, darauf erkennt man Zecken leichter.

Rechtzeitiges Entfernen der Zecke reicht aus.

Richtig und falsch! Im Falle der Lyme-Borreliose erfolgt die Übertragung der Bakterien erst nach längerem Saugen, weshalb eine frühzeitige Entfernung der Zecke wichtig ist. Das FSME-Virus hingegen wird sofort nach dem Stich übertragen.

Zecken lassen sich mit Klebstoff und Öl entfernen.

Falsch! Klebstoff und Öl sind zur Zeckenentfernung ungeeignet. Nutzen Sie eine gut schließende Stahlpinzette oder eine spezielle Zeckenpinzette! Bewährt haben sich auch Zeckenkarten. Fassen Sie die Zecke hautnah. Bewegen Sie diese ein bisschen hin und her, um die Widerhaken an dem Stechapparat der Zecke zu lockern. Dann herausziehen. Die Stichstelle anschließend reinigen und desinfizieren. Zecken bevorzugen warme und dünne Hautstellen für ihren Einstich, deswegen sollten Sie an Kniekehlen, Armbeugen oder dem Hals besonders gründlich suchen.

Zecken kann man am besten mit Wasser unschädlich machen.

Falsch! Damit Zecken keine Krankheiten mehr übertragen können müssen sie getötet werden. Dabei kommt es auf die richtige Methode an, denn Zecken sind robust. Erwachsene Tiere können bis zu zehn Tagen in einer Wohnung, Waschgänge über 60 Grad und einige Tiere sogar den Wäschetrockner überleben. Bei Tests in Aquarien konnten die Tiere bis zu drei Wochen unter Wasser überleben und entwickelten sich sogar weiter. Eine wirkungsvolle Methode ist es, die Zecke in ein Blatt Papier einzuklappen und sie mit einem Glas zu zerquetschen. Dabei schützt das Papier vor den gefährlichen Körperflüssigkeiten. Dann faltet man das Blatt und wirft es in den Mülleimer.

Zeckenstich und Folgen

Jährlich erkranken rund 100.000 Menschen an Borreliose. Die Krankheit kann leicht verlaufen oder zum langjährigen Leidensweg werden. Im Extremfall kann ein Zeckenstich auch zur Invalidität führen. Die Schäden sind dann meist nicht nur gesundheitlicher Natur. Die finanziellen Folgen eines Zeckenbisses federt eine private Unfallversicherung ab, bei der Gesundheitsschädigungen durch Zeckenstiche eingeschlossen sind.


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