Versicherungen – Was ist im Todesfall zu veranlassen?

Schmerz und Trauer - für Hinterbliebene ist es eine schwere Zeit, wenn der Lebensgefährte oder ein Familienmitglied stirbt. Auch wenn manch einem dann nicht der Sinn danach steht, sich um organisatorische Dinge zu kümmern: Gerade in den ersten Tagen nach dem Tod gibt es einiges zu regeln. Das betrifft auch das Thema „Versicherungen“. Generell gilt, die Versicherungen so zeitig wie möglich über den Todesfall zu informieren.

Häufig wissen die Hinterbliebenen gar nicht so genau, welche Versicherungen der Verstorbene abgeschlossen hat. So ist es hilfreich, wenn man bereits zu Lebzeiten eine Übersicht über seinen Versicherungsschutz aufstellt. Unsere BGV-Notfallmappe bietet hier eine sinnvolle Unterstützung.


Was ist bei Lebensversicherungen zu veranlassen?

War der Verstorbene Versicherungsnehmer und zugleich versicherte Person, endet der Vertrag.

Die Meldung des Todesfalls muss unverzüglich an den Lebensversicherer oder Sterbegeldversicherer erfolgen. Bitte hierzu unbedingt die Fristen in den jeweiligen Versicherungsbedingungen – meist zwischen 24 bis 72 Stunden - beachten! Wenn Angehörige den Todesfall zu spät melden, kann es zu Problemen bei der Auszahlung der Versicherungssumme kommen.

In der Regel reicht zunächst ein Anruf oder eine E-Mail. Später können alle benötigten Unterlagen per Post nachgereicht werden. Die Versicherung wird Ihnen mitteilen, welche Unterlagen sie benötigt.

Folgende Unterlagen sollten Angehörige zusammenstellen:

  • Versicherungsschein
  • Geburts- / Sterbeurkunde
  • Amtsärztliches Zeugnis über die Todesursache - sofern angefordert -
  • Erbschein - sofern angefordert -

Wichtig: Da der Versicherungsschein oft im Original verlangt wird, empfehlen wir vor dem Versenden an den Lebensversicherer die Unterlagen zu kopieren und per Einschreiben-Rückschein zu versenden.


Gibt es Meldefristen bei der Unfallversicherung?

Ja, vor allem wenn es sich um einen Unfalltod handelt. Dieser ist innerhalb von 48 Stunden nach dem Sterbefall dem Versicherer zu melden.

In der Unfallversicherung endet der Vertrag mit dem Todesfall, wenn der Verstorbene die alleinige versicherte Person war. Wenn der Verstorbene Versicherungsnehmer war, nicht aber versicherte Person oder wenn es weitere Mitversicherte gibt, können die mitversicherten Personen den Vertrag übernehmen. Sind Kinder mitversichert, so wird der gesetzliche Vertreter Versicherungsnehmer und die Versicherung kann bis zur Volljährigkeit beitragsfrei weitergeführt werden.


Welche Versicherungen enden?

Die meisten an die Person gebundenen Versicherungen enden dann in der Regel automatisch, wie zum Beispiel Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherungen.

Das gilt auch für die private Haftpflichtversicherung. Ein Einzelvertrag endet mit dem Tod des Versicherungsnehmers. Einer gesonderten Kündigung durch die Erben bedarf es nicht. Bereits bezahlte Beiträge erhalten die Erben anteilig zurück. Sind weitere Personen - z. B. der Ehe-/Lebenspartner – bei einer Familienhaftpflicht mitversichert, so besteht die Versicherung bis zur nächsten Beitragsfälligkeit weiter. Wird dann der Folgebeitrag entrichtet, so geht die Versicherung auf den überlebenden Ehe-/Lebenspartner über.

Bei der privaten Krankenversicherung können mitversicherte Familienmitglieder innerhalb von zwei Monaten nach dem Tod des Versicherungsnehmers erklären, dass sie die Versicherung für sich fortführen möchten. Gleichzeitig ist es möglich, einen Tarifwechsel vorzunehmen.


Welche Versicherungsverträge bestehen weiter?

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung besteht noch zwei Monate nach dem Tod des Versicherten weiter. Den Vertrag kann der Partner übernehmen, wenn er weiter unverändert im gemeinsamen Haus oder der gemeinsamen Wohnung bleibt. Wird der Hausstand aufgelöst, endet auch die Hausratversicherung.

Wohngebäudeversicherung

Sie ist eine sachbezogene Versicherung, das bedeutet: Versichert sind Haus oder Wohnung. Bei der Wohngebäudeversicherung geht die Versicherungspolice auf den Erben über. Es entsteht kein außerordentliches Kündigungsrecht. Die Wohngebäudeversicherung kann fristgemäß mit Dreimonatsfrist zum Ablauf des Versicherungsvertrages gekündigt werden.

Kfz-Versicherung

Die Kfz-Versicherung ist nicht an eine Person gebunden, sondern an ein Fahrzeug. Die Kfz-Police für z.B. Auto oder Motorrad geht daher auf den Erben des Kfz über. Der Vertrag und Beitrag wird angepasst an Alter und Fahrleistung des neuen Halters. Ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht nicht.

Wird das Fahrzeug verkauft oder stillgelegt, ist der Versicherer ebenfalls zu informieren. Die Versicherung endet mit dem Datum der Ab- oder Ummeldung, das dem Versicherer von der Zulassungsstelle mitgeteilt wird.

Weitere Haftpflichtversicherungen

Bei einer Tierhalterhaftpflichtversicherung, Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung oder einer Öltankhaftpflichtversicherung endet der Vertrag nicht mit dem Tod des Versicherungsnehmers. Es treten die Erben in den Vertrag ein. Sie können den Vertrag zur nächsten Prämienfälligkeit ordentlich kündigen.

Rechtsschutz

Bei der Rechtsschutzversicherung besteht der Versicherungsschutz grundsätzlich bis zum Ende der Vertragslaufzeit fort. Diese Regelung soll dem mitversicherten Ehe-/Lebenspartner die Möglichkeit geben, in Ruhe alle dringenden Angelegenheiten zu regeln. Der Versicherungsschutz wird auf den Ehe-/Lebenspartner umgeschrieben und auf Wunsch an die neue Lebenssituation wie etwa die Umstellung von Familienrechtsschutz auf einen Single-Rechtsschutztarif zu den neuesten Bedingungen angepasst.

Derjenige, der den Vertrag fortführt, kann aber innerhalb eines Jahres nach dem Todestag verlangen, dass der Versicherungsvertrag rückwirkend aufgehoben wird. Besteht noch ein laufendes Verfahren des Verstorbenen über die Rechtsschutzversicherung, können die Erben den Rechtsstreit selbstverständlich auch dann weiterführen, wenn sie den Vertrag nicht fortführen. Darüber hinaus ist im Todesfall auch eine sofortige Kündigung der Rechtsschutzversicherung möglich.


Schnelle Hilfe

Der Tod einer nahestehenden Person ist ein sehr schmerzliches Ereignis. Unser Kundenservice hilft Ihnen unter 0721 / 660-0 unbürokratisch und zügig. Oder wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren BGV-Ansprechpartner vor Ort sowie eines unserer Kundencenter.

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