Tageseltern - Kinderbetreuung richtig absichern

Kinder und Job unter einen Hut bringen: Das ist häufig nur möglich, weil es während der Arbeitszeiten entsprechende Betreuungsangebote für den Nachwuchs gibt. Als Alternative zur Kita können Eltern ihre Sprösslinge auch in die Obhut einer Tagesmutter oder eines Tagesvaters geben. Die Vorteile: Kleine Gruppen, individuelle und häufig flexible Betreuung. Tageseltern sollten sich jedoch zuvor erkundigen, wie es während ihrer Tätigkeit um ihren Versicherungsschutz steht.

Die Haftpflichtversicherung - Ein Muss

Tageseltern tragen eine große Verantwortung. Schnell ist beim Spielen im Garten oder beim gemeinsamen Ausflug mit den Tageskindern etwas passiert: Ein Kind verletzt sich während der Betreuung oder die Terrassentür des Nachbarn geht durch einen verirrten Ball zu Bruch. Grundsätzlich gilt: Während der Kinderbetreuung übernehmen die Tageseltern die Aufsichtspflicht. Verletzen sie diese, können sie für etwaige Schäden in Haftung genommen werden. Und zwar sowohl für Schäden, die die Kinder anrichten, als auch für solche, die diese eventuell erleiden. Also auch, wenn die Kinder sich gegenseitig verletzen.

Kinder unter sieben Jahren sind – wie es im Juristendeutsch heißt – deliktunfähig. Sie haften nicht selbst für Schäden, allerdings kann eine Haftung der Tageseltern wegen verletzter Aufsichtspflicht bestehen. Beschädigt das Kind etwa beim Spielen ein geparktes Auto, muss die Tagesmutter für den Schaden aufkommen, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hat.

Ist Kinderbetreuung unentgeltlich und eine reine Gefälligkeit, ist man durch eine private Haftpflichtversicherung abgesichert. Anders sieht es aber aus, wenn man entgeltlich als Tagesmutter oder Tagesvater tätig ist. Die Kindertagespflegetätigkeit ist dem beruflichen Bereich zuzuordnen und im Rahmen einer Privathaftpflichtversicherung in der Regel nicht automatisch mitversichert. Tageseltern sollten sich daher frühzeitig bei ihrem Versicherer erkundigen, ob und wie Kinderbetreuung in ihrer privaten Haftpflichtversicherung enthalten ist und gegebenenfalls einen Zusatzschutz vereinbaren. Oft kann es sich als Tageseltern lohnen eine Versicherung zusammen mit anderen abzuschließen. Sammelhaftpflichtversicherungen werden vom zuständigen Jugendamt oder über Tagesmüttervereinigungen angeboten.

Haben die Tageseltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, müssen sie für Schäden auch nicht haften. In diesem Fall würde die Haftpflichtversicherung unberechtigte Schadenersatzansprüche - wenn nötig auch vor Gericht - abwehren.

Tipp: In der privaten Haftpflichtversicherung des BGV ist die Tätigkeit als Tagesmutter/-vater aus der Betreuung von bis zu drei fremden Kindern gegen Entgelt versichert. Die Produktlinie Exklusiv bietet sogar Versicherungsschutz, wenn mehr als drei fremde Kinder betreut werden. In unserer Exklusivdeckung ist sogar eine sogenannte „Deliktunfähigkeitsklausel“ enthalten. Diese gilt in der Regel nur für eigene Kinder. Hierbei werden auch Haftungsansprüche übernommen, bei denen die Tagesmutter ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt hat.

Gesetzliche Unfallversicherung für Tagespflegekinder

Erleidet ein Kind während der Aufsicht durch Tageseltern einen Unfall, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Voraussetzung hierfür ist, dass eine amtliche schriftliche Betreuungserlaubnis des Jugendamtes für die Tageseltern vorliegt. Wir empfehlen, dieses Thema vor der Aufnahme Ihrer Tätigkeit mit dem zuständigen Jugendamt zu klären. Im Zusammenhang mit der Pflegeerlaubnis ist es zudem wichtig zu klären, ob beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse regelmäßig aufgefrischt werden müssen.

Ein Kind, für dessen Betreuung die Tagesmutter keine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes benötigt, etwa im Falle von wenigen Betreuungsstunden oder kurzer Betreuungszeit, ist nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung eingeschlossen. Dies gilt auch für privat organisierte Betreuungen oder die eigenen mitbetreuten Kinder der Tagesmutter. In diesem Fall müssen die Eltern eine private Unfallversicherung für die Kinder abschließen.

Für alle Kinder sinnvoll: Die private Unfallversicherung

Als Versicherer sind uns besonders die jüngsten Familienmitglieder wichtig. Wir empfehlen Eltern den Abschluss einer privaten Unfallversicherung für den Nachwuchs, unabhängig ob er in die Obhut einer Betreuungsperson gegeben werden soll. Damit sind Kosten für eventuelle dauerhafte gesundheitliche Folgeschäden abgesichert. Denn bei schweren Unfällen reichen die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung oft nicht aus. Und eine private Unfallversicherung gilt dann natürlich auch außerhalb der Betreuungszeiten, etwa beim Toben zu Hause.

Tipp: Ganz speziell für Kinder haben wir unsere Unfallversicherung in der Klassik- und Exklusivdeckung um wichtige Leistungen erweitert. Der Kinder-Sorglos-Schutz des BGV leistet bei Invalidität durch Krankheit oder Unfall und bietet außerdem starke Zusatzleistungen wie Schutz bei Infektionen durch Zeckenbisse, Impfschäden oder unfallbedingtem Zahnersatz.

Die Privathaftplicht-versicherung des BGV

Damit ein kleiner Fehler für Sie keine weitreichenden Folgen hat, schützt Sie Ihre Privathaftpflichtversicherung – die wichtigste Versicherung, die jeder braucht.

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