Drohnen sicher fliegen lassen

Immer mehr Drohnen erobern die Lüfte und gewinnen als Alternative zu anderen Flugmodellen stetig an Bedeutung. Seit April 2017 gibt es eine eigene Drohnen-Verordnung, die den gewerblichen, wie privaten Gebrauch von Drohnen regelt. Wichtig dabei ist auch der passende Versicherungsschutz.

Neben Modellflugzeugen erobert die Drohne immer mehr die Herzen von Freizeit-Piloten und Technik-Liebhabern. Aber auch als Arbeitsgerät bekommen Drohnen neue Einsatzfelder: Fotografen schießen ihre Luftaufnahmen mit ihnen, Stadtwerke nutzen sie für Inspektionen, Bauunternehmen zur Vermessung. Wo viel Nutzen ist, gibt es auch Pflichten. Und so hat sich auch der Gesetzgeber Gedanken um die Sicherheit bei der Nutzung von Drohnen gemacht. Denn je mehr Drohnen steigen, desto mehr steigt das Risiko von Unfällen.

Mehr als nur ein Spielzeug

Die ausgefeilte Technik, die in Drohnen steckt, bringt für den Nutzer und sein Umfeld auch neue Risiken mit sich. Ihre Wendigkeit lädt zu riskanten Flugmanövern ein. Wer seine Drohne nicht auf einem Modellflugplatz, sondern im eigenen Garten oder auf Feld und Wiesen fliegen lässt, riskiert, dass beim Flug Gegenstände oder Dächer beschädigt oder sogar Menschen verletzt werden.

Persönlichkeitsrechte Dritter beachten

Drohnen, die mit Kameras oder Smartphones während des Flugs unangekündigt andere Personen aufnehmen oder ungefragt in den Nachbargarten hineinfliegen, verletzen so Persönlichkeitsrechte. Betroffene können in diesem Fall privatrechtlich gegen den Modellflieger vorgehen. Gerichte befassen sich bereits mit solchen Fällen.

Versicherungsschutz für ferngesteuerte Flugmodelle überprüfen

Drohnen-Piloten haften für alle durch das Fluggerät verursachten Schäden. Eine abstürzende Drohne oder Copter beschädigt einen Pkw oder verletzt sogar eine Person schwer. Ob Steuer- oder Materialfehler: Ist es erst zu einem Schadenfall gekommen, stellt sich den Hobby-Drohnenfliegern die Frage nach der Haftung für die Schäden an Gegenständen oder Personen. Wer einen Schaden verursacht, muss aufgrund der Rechtsprechung in Deutschland für alle Schadenersatzansprüche und mögliche spätere Kosten aufkommen.

Besteht eine Versicherungspflicht für Drohnen?

Ja, für die Nutzung von Drohnen ist in Deutschland seit 2005 eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Hobbypiloten sollten auf keinen Fall ohne passenden Versicherungsschutz an den Start gehen. Je nach Tarif ist eine Drohnen-Haftpflicht in der Privathaftpflichtversicherung mitenthalten. Hier lohnt sich ein Blick in die Bedingungen. Von besonderer Bedeutung sind das Startgewicht des Flugobjekts, der Antrieb (mit/ohne Motor) und ob das Flugmodell ausschließlich privat genutzt wird.

Tipp: Da sich Drohnen auch bei Privatpersonen zunehmender Beliebtheit erfreuen, hat der BGV darauf reagiert. In der Privathaftpflichtversicherung des BGV sind in der Exklusivdeckung motorisierte Flugmodelle und Drohnen bis 5 kg Gewicht mit eingeschlossen. Versicherungsschutz besteht für Personen-, Sach- und Vermögensschäden bis zu 50 Mio. Euro.

Nicht über eine Privathaftpflicht abgesichert werden können gewerblich genutzte Drohnen oder Flugmodelle mit einem Gewicht von mehr als 5 kg. Hierfür benötigen Sie eine spezielle Drohnenhaftpflicht-Versicherung.

Welche allgemeingültigen Vorschriften gelten?

Unabhängig von Größe und Gewicht gilt immer:

  • Drohnen und Modellflugzeuge müssen stets bemannten Luftfahrzeugen ausweichen.
  • Die bundesweit geltende Luftverkehrsordnung untersagt es, Drohnen oder Modellflugzeuge über Flughäfen, Industrieanlagen, Militäranlagen, Botschaften, Parlamentsgebäude, Behörden, Gefängnisse, Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnanlagen oder Krankenhäuser zu lenken. Auch Flüge im seitlichen Abstand von 100 Metern zu diesen Orten sind untersagt.
  • Verboten sind zudem Flüge über und im seitlichen Abstand von 100 Metern von Menschenansammlungen oder Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften.
  • Über Wohngrundstücken haben Drohnen ab 250g Gewicht nichts zu suchen.
  • Das Gleiche gilt, wenn die Drohne (unabhängig von ihrem Gewicht) in der Lage ist, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen.
  • Vorsicht geboten ist bei Flügen über Naturschutzgebieten und Nationalparks. In ihnen dürfen Drohnen nur in Ausnahmefällen aufsteigen. Die Details regeln die Bundesländer.

Weitere Informationen zur Drohnen-Verordnung bietet ein Flyer des Verkehrsministeriums.


Checkliste für Drohnen-Piloten:

Kennzeichnung:
Ab 250g Gewicht unterliegen Drohnen einer Kennzeichnungspflicht. Name und Anschrift des Besitzers müssen angegeben sein.

Drohnenführerschein:
Wer eine Drohne über zwei Kilogramm Gewicht fliegen will, benötigt einen Kenntnisnachweis nach § 21d der LuftVO. Umgangssprachlich wird dieser oft als Drohnenführerschein oder Drohnenpilotenlizenz bezeichnet. Darin ist u.a. geregelt, dass der Steuerer von unbemannten Fluggeräten besondere Kenntnisse über die Anwendung und Navigation nachzuweisen hat. Auf einem Modellflugplatz ist das Fliegen einer Drohne auch ohne Kenntnisnachweis erlaubt.

Erlaubnis:
Ab 5 kg Gewicht ist zusätzlich zum Kenntnisnachweis nach § 21d der LuftVO eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde nötig.

Flughöhe:
Es gilt eine maximale Flughöhe von 100 Metern. Ab 100 Meter Flughöhe dürfen nur Drohnen fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis eingeholt wurde.

Nacht:
Nachtflüge mit Drohnen erfordern ebenfalls die Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde.

Fotos:
Auch für Aufnahmen aus der Luft gilt das Recht am eigenen Bild. Fotos von Menschen dürfen nur mit deren Einverständnis gemacht und veröffentlicht werden.

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