Traditionelle Saisoneröffnung der Rhein-Neckar Löwen im BGV-Lichthof

Mit wem lernt der neue Trainer Deutsch? Wie kam Mikael Appelgren zu seinem Flamingo-Trikot? Und Warum tut es manchmal richtig weh, mit Jannik Kohlbacher zu trainieren? Bei der Saisoneröffnung der Rhein-Neckar Löwen im BGV-Lichthof standen die Löwen den mehr als 1000 Fans Rede und Antwort. Hallensprecher Kevin Gerwin stellte außerdem in Kurzinterviews die Neuzugänge vor und es gab eine Überraschungs-Trikot-Premiere.

Zum sechsten Mal im BGV-Lichthof

Als die Mannschaft gegen 19.30 Uhr auf die Bühne im Lichthof von Gastgeber BGV trat, war der Jubel riesig. Raimund Herrmann, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BGV, begrüßte die Gäste: „Wir sind stolz, mit den Löwen-Fans diesen Tag erleben zu dürfen.“ Bereits zum 6. Mal findet die Saisoneröffnung im BGV-Lichthof statt. Und Oliver Roggisch, sportlicher Leiter der Löwen, macht klar, was die Partnerschaft für die Rhein-Neckar Löwen bedeutet: „Ohne einen solchen Partner wären wir nicht der Klub, der wir sind."

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BGV Raimund Herrmann im Gespräch mit Moderator Kevin Gerwin und Oliver Roggisch, sportlicher Leiter der RNL //Fotos: RNL/Binder

In der großen Fragerunde verriet dann der neue Löwen-Coach Kristjan Andresson, dass er gerade fleißig Deutsch lerne. Allerdings weniger von Oli Roggisch, sondern hauptsächlich bei Deutschlehrerin Monika. Von seinem Sportlichen Leiter habe er hauptsächlich einen sehr kurzen, aber auch sehr prägnanten Satz gelernt, und der beginnt mit „Sch“. Im ernsteren Teil des Interviews zeigte sich der 38-Jährige zufrieden mit dem Zustand seiner Mannschaft und mit den Leistungen in den ersten beiden harten Trainingswochen: „Ich sehe viel Talent und viel Erfahrung, mit dieser Truppe verbinde ich große Hoffnungen“, sagte Kristjan Andresson – noch auf Englisch.

„Jannik ist schon brutal“

Bei der Vorstellung der Neuzugänge erntete der frisch zu den Profis beförderte ehemalige Junglöwe Tim Ganz die meisten Lacher, als er vom Trainingsalltag bei der Bundesliga-Mannschaft berichtete: „Das ist schon viel härter als beim Drittliga-Team, eigentlich schon fast eine andere Sportart. Das merkt man unter anderem daran, wenn man mit Jannik Kohlbacher trainiert.“ Philipp Ahouansou, der mit gerade einmal 18 Jahren im erweiterten Kader der Löwen steht, unterstrich das mit Nachdruck: „Jannik ist schon brutal.“ Die Kreisläufer-Maschine wollte davon zunächst nichts wissen, versprach aber mit einem Augenzwinkern, dass er sich für diese Aussagen durchaus zu revanchieren wisse.

Als „Kohli“ gefragt wurde, in welchem Spiel er die meisten blauen Flecken eingesteckt habe, antwortete er mit den Duellen gegen den Champions-League-Finalisten Telekom Veszprem. „Gezählt habe ich sie nicht – es waren zu viele.“ Nun könnten sich die Kollegen Ganz und Ahouansou auf Ähnliches gefasst machen. Die Frage nach der Geschichte zum pinkfarbenen Torwart-Trikot, das dem bekennenden Flamingo-Liebhaber Appelgren wie auf den Leib geschneidert scheint, löste Kollege Andreas Palicka auf: „Ich habe zwei Jahre lang versucht, ihm ein solches Trikot zu verschaffen. Jetzt hat es endlich geklappt.“

„Das ist ein sehr lautes Trikot“

Unter lautem Jubel und staunenden Blicken präsentierte ein Rope-Skipping-Team der TSG Seckenheim das neue EHF-Cup-Outfit der Rhein-Neckar Löwen. Wahnsinn, was die sieben Mädels mit den kleinen und großen, schnell und langsam, vorwärts, rückwärts und seitwärts schwingenden Sprungseilen veranstalteten – unter anderem einen Salto in den Spagat. Zum energiegeladen mit zuckenden orangefarbenen Blitzen versehenen Trikot sagte Sven Gärtner vom neuen Löwen-Ausrüster PUMA: „Das ist ein sehr lautes Trikot, mit dem wir auf internationalem Parkett auffallen wollen."

Auch die Handball-Inklusionsabteilung der TSG Wiesloch war zur Saisoneröffnung eingeladen worden. Immer wieder machen die Rhein-Neckar Löwen und die Wiesel gemeinsame Sache. Dieses Mal durften die Wiesel exklusiv hinter den Kulissen ihre Idole von den Löwen treffen. Wer von den Besuchern für die sehr aktive und ambitionierte Truppe spenden wollte, konnte dies tun. Zum Dank sagte Jutta Wallenwein: „Es ist einfach nur großartig, dass wir hier sein und den Inklusionsgedanken präsentieren dürfen.“

„Man sollte sich immer hinterfragen“

Bei der abschließenden großen Autogrammstunde, die sich weit über 60 Minuten zog und bei der kein Wunsch der Fans abgeschlagen wurde, saß auch Andy Schmid sehr geduldig, machte Erwachsene wie Kinder froh und schrieb sich seine Finger wund. Mit Blick auf die Ziele der Mannschaft für die kommende Saison hatte er zuvor auf der Bühne ein paar schöne Sätze gesagt: „Egal ob man in der Runde davor Erster oder, wie wir jetzt, Vierter geworden ist: Man sollte sich immer hinterfragen und dann wieder nach vorne schauen.“

Zur Frage, was man sich als Mannschaft vorgenommen habe für die Mitte August startende Spielzeit: „Das Motto ist so ein bisschen Back to the Roots – zurück zu den Wurzeln. Wir wollen weniger darüber sprechen, was wir alles gewinnen wollen. Es soll darum gehen, unsere Qualitäten wieder voll auf die Platte zu bringen. Gelingt uns das, ist mit dieser Truppe alles möglich.“