Sicher grillen: So vermeiden Sie schmerzhafte Unfälle

Würstchen, Grillfackeln, Fisch, Gemüse – alles, was das Griller-Herz begehrt, wird jetzt wieder auf den Rost gelegt. Rund 70 Millionen Mal schmeißen die Deutschen im Jahr den Grill an. Ob Kohle, Holz oder Gas – für ein sicheres Grillvergnügen, sollten Sie einige Tipps beachten. Wir verraten Ihnen, welche das sind.

Sicheres Grillvergnügen //Foto: Cookie Studio

Abstand halten!

Stellen Sie den Grill mit ausreichend Abstand zu Lampions, Holzhütten, Bäumen oder Sonnenschirmen und Markisen.auf. Zudem sollte er sicher auf einer ebenen Fläche stehen. Ein Grill hat in einem geschlossenen Raum nichts zusuchen!

Die richtige Wahl des Equipments

Verwenden Sie ausschließlich Geräte, die kippsicher sind und keine scharfen Kanten haben. Außerdem sollten die Griffe isoliert sein, um Verbrennungen an den Händen zu vermeiden. Arbeiten Sie überwiegend mit langstieligen Zangen & Co., um ausreichend Abstand zum heißen Rost zu halten.

Finger weg von Benzin und Spiritus

Pro Jahr kommt es zu rund 4.000 Unfällen, darunter 500 Schwerverletzte. Die häufigste Ursache: der Einsatz von brennbaren Flüssigkeiten wie Benzin, Spiritus, Öl oder Petroleum. Um Verletzungen zu vermeiden, verwenden Sie ausschließlich sichere Zündhilfen, auch wenn es länger dauert, bis die Kohlen glühen. Die sicheren Zündhilfen erkennen sie an dem GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) und/oder dem Prüfzeichen DIN EN 1860-3.
Tipp für Kohlegriller: Es kann durchaus eine halbe Stunde dauern, bis die Glut soweit ist. Entscheidend dabei ist die richtige Luftzufuhr. Dabei hilft ein Blasebalg.
Tipp für Gasgriller: Wer einen Gasgrill verwendet, sollte zuerst prüfen, ob der Gasschlauch, die Dichtungen und die Anschlüsse dicht sind, also keine Risse oder spröden Stellen aufweisen. So geht's: Schmieren Sie den Schlauch mit Seifenwasser ein, an den undichten Stellen, entstehen Bläschen. Die Gasflasche sollten Sie zudem niemals liegend verwenden, da die Ventile in der Regel für eine aufrechte Lage ausgelegt sind und anderenfalls schneller undicht werden können.

Feuerlöscher anstatt Wassereimer

Für den Ernstfall: Verwenden Sie niemals Wasser zum Löschen! Denn die Flüssigkeit verdampft in einer mehreren hundert Grad heißen Fettpfanne schlagartig. So erwandelt sich ein Liter Wasser sekundenschnell in bis zu 1.700 Liter Wasserdampf. Man spricht hier auch von einem sogenannten Fettbrand. Der Wasserdampf vermischt sich mit dem Fett und breitet sich explosionsartig aus. Halten Sie stattdessen Feuerlöscher, Löschdecken oder Sand zum Löschen immer griffbereit.

Gesund genießen

Die Gase, die beim Anbrennen der Grillkohle freiwerden, sind gesundheitsschädlich. Daher sollten Sie das Fleisch oder das Gemüse erst auf den Grill legen, wenn die Holzkohle mit einer weißen Ascheschicht überzogen ist. Denn dann hat sie die richtige Temperatur. Aus diesem Grund sollte man auch auf das Nachlegen von Grillkohle verzichten, während das Grillgut noch auf dem Grill liegt.
Für Gas-Griller: Entzünden Sie die Flamme nur bei offenem Deckel. Andernfalls kann sich darunter Gas ansammeln und explodieren.

Glut und Asche sicher entsorgen

Holzkohle und Briketts können laut Feuerwehrexperten noch bis zu drei Tage nach dem Grillen Feuer verursachen. Kohle und Briketts sollten Sie daher nach dem Grillen mit Wasser ablöschen oder drei Tage in einem feuerfesten Behälter zwischenlagern. Vorsicht beim Umschütten des Materials in einen anderen Behälter. Denn man erkennt nicht immer, ob noch Glut vorhanden ist. Auch die Wärmeüberprüfung durch Fühlen mit der Hand oberhalb der Asche ist ungeeignet, um Glutnester sicher auszuschließen.

Schutz vor finanziellen Folgen

Trotz aller Tipps kann es immer zu Unfällen kommen. Besonders Kinder und Jugendliche sind oft Opfer von Verbrennungen. Eltern sollten deshalb für ihren Nachwuchs eine private Unfallversicherung abschließen. Für kleinere Schäden wie etwa ein Brandloch in der Tischdecke oder den Gartenmöbeln kommt die Hausratversicherung auf. Sachschäden, die Gäste davontragen, deckt die private Haftpflichtversicherung ab. Auch jeder Anwesende trägt Verantwortung und haftet: Zum Beispiel, wenn man jemanden nicht daran hindert, Spiritus ins Feuer zu gießen. Wer nicht widerspricht, der – so hat das Oberlandesgericht Hamm im vergangenen Jahr geurteilt – ist gleichermaßen mitschuldig.