Rauchmelder: 120 Sekunden, um zu überleben

Jeden Monat sterben in Deutschland 35 Menschen anhand der Folgen von Bränden. Rund 95 Prozent der Brandopfer erleiden dabei eine tödliche Rauchgasvergiftung. Denn bereits drei Atemzüge reichen aus, um bewusstlos zu werden und zu ersticken. Umso wichtiger also, dass man in den Zimmern seiner Wohnung oder seines Hauses Rauchmelder installiert. Daran erinnert der bundesweite Tag des Rauchmelders am 13. September 2019.

Das Q macht’s

Mittlerweile sind die kleinen Lebensretter in allen 16 Bundesländern vorgeschrieben, für Bestandsbauten gelten teilweise Übergangsfristen bis 2021. In Baden-Württemberg müssen Eigentümer bzw. Vermieter Neu- und Umbauten seit 2013 mit Rauchmeldern ausstatten, Bestandsbauten seit 2015. Doch was zeichnet einen guten Rauchmelder aus? Laut des Forums für Brandrauchprävention sind hierfür folgende Kriterien entscheidend:

1. Er sollte zuverlässig Brandrauch erkennen.

2. Er sollte mit einem unüberhörbaren, lauten Warnton alarmieren (> 85 Dezibel).

3. Die Montage und Bedienung sollte einfach sein und die Anleitung verständlich.

4. Haltbarkeit mindestens 10 Jahre.

5. Hohe Sicherheit vor Falschalarmen.

Der Verbraucher allerdings kann kaum einschätzen, ob ein Rauchmelder diese Kriterien tatsächlich erfüllt. Als Orientierungshilfe dient deshalb das unabhängige Qualitätszeichen „Q“. Achten Sie beim Kauf also darauf, dass das Gerät mit diesem Buchstaben gekennzeichnet ist.

Was tun, wenn’s brennt …

Löst der Rauchmelder tatsächlich Alarm aus, müssen die Betroffenen schnell reagieren. Was die wenigsten wissen: Jetzt zählt jede Sekunde! Denn in der Regel bleiben nur 120 Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Das Forum Brandrauchprävention rät bei einem Wohnungs- oder Zimmerbrand:

1. Bewahren Sie Ruhe!

2. Falls noch weitere Personen anwesend sind, warnen Sie diese.

3. Schließen Sie außerdem die Tür zu dem Raum, in dem es brennt.

4. Falls der Fluchtweg zur Wohnungstürfrei ist, nutzen Sie diesen und nehmen Sie, wenn möglich ihren Hausschlüssel und ihr Handy mit.

5. Warnen Sie Ihre Nachbarn.

6. Sobald Sie in Sicherheit sind, wählen Sie die 112 und warten Sie bis die Feuerwehr eintrifft.

Brennt es im Treppenhaus, sollten Sie unbedingt in der Wohnung bleiben und die 112 alarmieren. Schließen Sie die Türen und decken sie Türritzen mit nassen Handtüchern ab. Warten Sie in dem Raum, der am weitesten entfernt ist vom Brand. Machen Sie am Fenster auf sich aufmerksam, aber springen Sie unter keinen Umständen heraus.

120 Sekunden, um zu überleben

Mit dem Schülerwettbewerb "120 Sekunden, um zu überleben" für die Klassen sieben bis zehn, der zum 13. September 2019 startet, möchte das Forum Brandrauchprävention mit Unterstützung des Verbands öffentlicher Versicherer darauf aufmerksam machen, wie sich Jugendliche, Erwachsene und Senioren bei einem Brand richtig verhalten. Den Gewinnern winkt ein Preisgeld von 5.000 Euro.